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Drift Tutorial – richtig Driften lernen

Drift Tutorial – richtig Driften lernen

„Driften ist die Kunst, einen instabilen Zustand stabil zu halten!“
Zitat Walter Röhrl

Wie drifte ich eigentlich richtig? Wo kann ich es ausprobieren und lernen? Das wollen wir hier klären – in unserem vollständigen Drift Tutorial mit allen wichtigen Techniken, Tipps und Voraussetzungen.

Grundlagen: Was du vor dem ersten Drift wissen musst

Bevor es los geht, sollten wir ein paar wichtige Punkte ansprechen:

Untersteuern: Wenn dein Auto über die Vorderräder schiebt und dem Lenkeinschlag nicht mehr folgt. Gegenmaßnahme: Geschwindigkeit reduzieren!

Übersteuern: Dein Heck bricht aus. Ursache: zu hohe Geschwindigkeit, zu viel Gas, Kurve zu schnell gefahren. Gegenmaßnahme: Geschwindigkeit reduzieren, Gegenlenken.

ESP: Muss zum Driften komplett abschaltbar sein. Im Fahrzeughandbuch oder per Google nachschlagen, wie das bei deinem Auto funktioniert.

Antrieb: Wir brauchen Heckantrieb oder Allradantrieb. In diesem Tutorial konzentrieren wir uns auf Heckantrieb (RWD = Rear-Wheel Drive).

Reifen: Im Idealfall Sommerreifen (weniger Reibung = leichteres Einleiten).

Untergrund: Je glatter der Untergrund (Schnee, nasser Asphalt, trockener Asphalt), desto langsamer die benötigte Geschwindigkeit und desto sensibler musst du am Gas sein. Je mehr Grip du hast, desto höher die Geschwindigkeit und desto energischer kannst du das Gas einsetzen.

Welches Auto eignet sich zum Driften?

Die gute Nachricht: Du brauchst keinen teuren Sportwagen. Grundsätzlich eignet sich jedes Fahrzeug mit Heckantrieb und vollständig abschaltbarem ESP – und davon gibt es deutlich mehr als man denkt. Vom günstigen Alltagsauto bis zum Muscle Car, vom kompakten Roadster bis zur Sportlimousine.

Die zwei entscheidenden Voraussetzungen:

  • Heckantrieb (RWD): Das ist die Grundvoraussetzung für klassisches Driften. Das Heck muss sich überhaupt losbrechen lassen. Mit reinem Frontantrieb ist klassisches Driften nicht möglich.
  • ESP vollständig abschaltbar: Das ist der zweite, ebenso wichtige Punkt. Viele moderne Fahrzeuge erlauben nur eine Teilabschaltung – beim Driften muss das Stabilitätsprogramm jedoch komplett deaktiviert sein. Wie das bei deinem Fahrzeug funktioniert, steht im Handbuch oder lässt sich schnell per Google herausfinden.

Geeignete Fahrzeuge – eine Auswahl:

Erlaubt sind und gut funktionieren zum Beispiel: BMW 3er (E36, E46, E90, E92), BMW 1er (E82, E87 mit M-Paket), Mercedes C-Klasse (RWD-Varianten), Mazda MX-5, Toyota GR86 / Subaru BRZ, Nissan 370Z / 350Z, Ford Mustang, Dodge Challenger, Chevrolet Camaro, Porsche 911, BMW M-Modelle oder auch ältere Klassiker wie VW Corrado oder BMW E30. Diese Liste ließe sich noch lange weiterführen – die Hauptsache ist Heckantrieb und ein komplett abschaltbares ESP.

Weitere hilfreiche Eigenschaften (kein Muss):

  • Sperrdifferenzial (LSD): Hilft, beide Hinterräder gleichmäßig durchdrehen zu lassen, und macht den Drift stabiler und kontrollierbarer.
  • Schaltgetriebe: Bevorzugt, da du die Drehzahl direkt kontrollieren kannst. Automatikgetriebe funktionieren aber genauso – einfach auf Manuell-Modus und 1. Gang stellen.
  • Motorleistung: Je mehr PS, desto leichter lässt sich ein Drift halten. Mit weniger Leistung ist mehr Feingefühl gefragt – was für Einsteiger sogar lehrreicher sein kann.

Die Kunst des Driftens: 3 Phasen

Die Kunst des Driftens besteht aus 3 Phasen:

  1. Einleiten
  2. Halten
  3. Ausleiten

Punkt 1. Drift Einleiten

Es gibt bestimmt 10 verschiedene Methoden, um den Drift einzuleiten. Wir erklären die wichtigsten:

Technik 1: Gastoß mit Lenkimpuls (Empfohlen für Einsteiger)

Wir stellen uns vor, dass wir einen Kreis mit ca. 20 m Durchmesser befahren. WICHTIG: Die Geschwindigkeit darf nicht zu langsam, aber auch nicht zu schnell sein – wir wollen in keinem Fall Untersteuern bekommen. Die Geschwindigkeit beträgt ca. 25 km/h; bei 30 km/h entsteht Untersteuern.

Also: runter auf 25 km/h, 1. Gang einlegen (bei Automatik auf Manuell 1 stellen), jetzt gleichzeitig einen Lenkimpuls von ca. einer Viertelumdrehung ins Kurveninnere setzen und einen kräftigen Gastoß geben – abhängig von der Leistung deines Autos, aber nicht zu zaghaft. Das Heck bricht aus, die Drehzahl steigt, du lenkst gegen und gehst vom Gas. Fertig – der Drift ist eingeleitet.

Technik 2: Handbremse (E-Brake Drift)

Die Handbremse ist eine der am einfachsten zu erlernenden Einleitungsmethoden und funktioniert auch mit weniger leistungsstarken Fahrzeugen. Die Voraussetzung: Die Handbremse darf keine automatische Freigabe bei betätigtem Gas haben (typisch bei älteren mechanischen Handbremsen).

So geht’s: Mit moderater Geschwindigkeit in die Kurve einlenken, dann kurz und gezielt die Handbremse ziehen (nicht festhalten!), gleichzeitig leicht ins Lenkrad kontern und Gas geben. Das Heck bricht aus, du nimmst die Handbremse sofort wieder raus und kontrollierst den Drift über das Gaspedal. Der E-Brake Drift eignet sich besonders gut als erste Übung, weil die Einleitung sehr kontrolliert erfolgt.

Technik 3: Lastwechsel (Scandinavian Flick)

Der Lastwechsel nutzt die Massenträgheit des Fahrzeugs. Du lenkst kurz in die entgegengesetzte Richtung der Kurve (also nach außen), dann ruckartig in die eigentliche Kurvenrichtung. Durch die plötzliche Gewichtsverlagerung bricht das Heck aus. Gleichzeitig gehst du mit dem Gas rein, um den Drift zu halten.

Der Lastwechsel ist bei etwas höheren Geschwindigkeiten wirkungsvoll und erfordert ein gutes Gefühl für das Fahrzeuggewicht. Nicht für absolute Anfänger geeignet – übe zuerst den Gastoß und den E-Brake Drift.

Technik 4: Powerslide (reines Gas-Übersteuern)

Beim Powerslide lässt du schlichtes Motormoment die Arbeit machen: In der Kurve gibst du so viel Gas, dass die Hinterräder die Haftung verlieren und das Heck ausbricht. Das funktioniert am besten bei leistungsstarken Fahrzeugen (200+ PS). Der Vorteil: Du brauchst keine Hilfsmittel wie Handbremse oder Lenkimpuls. Der Nachteil für Anfänger: Es passiert sehr schnell und lässt wenig Reaktionszeit.

Punkt 2. Drift Halten

In der Ruhe liegt die Kraft!!!

Einen Satz müsst ihr euch unbedingt einprägen und bildlich vorstellen:

„MEHR GAS = MEHR DRIFT-WINKEL, WENIGER GAS = WENIGER DRIFT-WINKEL“

Versucht ruhig an der Lenkung zu bleiben – 90 % des Drifts macht man über das Gaspedal. Am Anfang mit Gastoßen arbeiten (Gas rein = mehr Winkel, Gas raus = weniger Winkel), bis ihr ein Gefühl für euer Auto entwickelt habt.

Der ideale Drift-Winkel: Lenkrad im Gegenlenken bis zum Anschlag, dann eine Viertelumdrehung zurück – damit ihr jederzeit handlungsfähig bleibt und auf Veränderungen reagieren könnt.

Übung macht den Meister. Training, Trainieren, Training.

Punkt 3. Drift Ausleiten

In unseren Augen der wichtigste Punkt!!!

Wenn ihr nicht vernünftig ausleitet, ist die Gefahr eines Gegenpendlers sehr groß. Ein Gegenpendler entsteht, wenn ihr zu abrupt vom Gas geht oder die Lenkung zu schnell zurückreißt – das Heck schwingt dann in die andere Richtung und ihr verliert die Kontrolle.

Um keinen Gegenpendler zu bekommen: langsam und gleichmäßig vom Gas gehen und die Lenkung sauber und synchron mit zurückführen. Es braucht Übung, damit es wirklich sauber funktioniert.

Wo kann ich Driften lernen und üben?

Driften im Straßenverkehr ist illegal und lebensgefährlich – sowohl für dich als auch für andere. Driften gehört ausschließlich auf abgesperrte Gelände mit ausreichend Auslaufzonen.

Einstieg: Drift Basis Training am Nürburgring

Wer das Driften von Grund auf lernen möchte, startet bei unserem Drift Basis Training am Nürburgring. Dort lernst du unter professioneller Anleitung alle Grundlagen – von der richtigen Einleitungstechnik über das Halten bis zum sauberen Ausleiten. Die Trainer haben echte Drifterfahrung und kennen das Thema nicht nur aus der Theorie. Das Basis Training ist für alle geeignet, die noch keine oder kaum Drifterfahrung haben – du brauchst nur ein Fahrzeug mit Heckantrieb und komplett abschaltbarem ESP.

Für Fortgeschrittene: Freies Driften auf dem Racepark Meppen

Wer bereits ein Drift Basis oder Drift Advance Training absolviert hat, kann sein Können beim freien Driften in Meppen weiter ausbauen. Der Racepark Meppen bietet viel Platz und die idealen Bedingungen, um das Erlernte eigenständig zu vertiefen und zu perfektionieren. Das freie Driften in Meppen ist bewusst für Teilnehmer mit Vorkenntnissen ausgelegt – kein Kurs, sondern offene Fahrzeit zum Üben auf eigene Verantwortung.

Alle aktuellen Termine – sowohl für das Basis Training am Nürburgring als auch für das freie Driften in Meppen – findest du in unserem Trackday Kalender.

Du wohnst in NRW und suchst Möglichkeiten in der Region? Schau auch in unseren Artikel Driften lernen in NRW – dort erklären wir, welche Optionen es gibt.

FAQ: Häufige Fragen zum Driften

Kann ich mit Allradantrieb driften?
Ja, Allradantrieb funktioniert – die Technik unterscheidet sich aber deutlich von RWD-Driften. Beim AWD-Drift nutzt man oft den Lastwechsel oder die Handbremse, da nicht allein das Heck angetrieben wird. In diesem Tutorial konzentrieren wir uns auf Heckantrieb.

Brauche ich einen Sportwagen zum Driften?
Nein. Jeder Hecktriebler mit abschaltbarem ESP eignet sich grundsätzlich. Ein BMW 3er E46, ein Ford Mustang oder ein Mazda MX-5 sind klassische Einsteigerautos. Wichtiger als Leistung ist ein gutes Gefühl für das Fahrzeug.

Wie lange dauert es, Driften zu lernen?
Die ersten kontrollierten Drifts gelingen den meisten Teilnehmern bereits nach ein paar Stunden Training. Bis ihr Drifts wirklich sauber und reproduzierbar fahren könnt, braucht es allerdings mehrere Trainingstage. Das ist ganz normal – Übung macht den Meister.

Ist Driften legal auf öffentlichen Straßen?
Nein. Driften auf öffentlichen Straßen ist in Deutschland verboten und kann strafrechtliche Konsequenzen haben. Driften gehört ausschließlich auf abgesperrte Geländer mit Auslaufzonen.

Wo findet das Drift Basis Training statt?
Das Drift Basis Training von Trackday24 findet am Nürburgring statt – einem der bekanntesten Motorsportorte Deutschlands. Alle aktuellen Termine findest du in unserem Trackday Kalender.

Was ist der Unterschied zwischen Drift Training und freiem Driften in Meppen?
Das Drift Basis und Drift Advance Training am Nürburgring sind strukturierte Kurse mit Instruktoren – ideal für Einsteiger und alle, die systematisch lernen möchten. Das freie Driften auf dem Racepark Meppen ist hingegen offene Fahrzeit ohne Kursstruktur, gedacht für Teilnehmer, die bereits ein Basis oder Advance Training absolviert haben und ihr Können selbständig weiter vertiefen wollen.

Kann ich auch als kompletter Anfänger mitmachen?
Ja – mit dem richtigen Angebot. Unser Drift Basis Training am Nürburgring ist speziell für Einsteiger ohne Vorerfahrung konzipiert. Du brauchst lediglich ein Fahrzeug mit Heckantrieb und vollständig abschaltbarem ESP – alles weitere erklären dir unsere Instruktoren vor Ort. Das freie Driften in Meppen empfehlen wir erst nach Absolvierung eines Trainings.

Schlusswort

Wir hoffen, dass wir euch dem Drift Sport ein bisschen näherbringen konnten. Schreibt uns gerne Feedback und Themenwünsche rund um Driften, Drift-Training, Sportfahrertraining und Rennstrecken-Coaching.

Euer Trackday24 Team

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FAQ Drift Tutorial

FAQ

Kann man driften lernen, auch wenn man noch nie quer gefahren ist?

Ja. Gerade Anfänger profitieren am meisten von einem klaren Trainingsaufbau. Du lernst zuerst Kontrolle und Gefühl, bevor es in den Drift Kreis geht.

Driften lernen in vier Stunden: Schaffe ich das auch?

Möglich ist es. Viele schaffen es innerhalb von vier Stunden, einen kontrollierten Drift Kreis zu fahren. Ob das bei dir klappt, hängt davon ab, wie schnell du Feedback umsetzt und wie dein Fahrzeug Setup passt. Wenn es nicht in vier Stunden klappt, ist das kein Problem. Dann sitzt es beim zweiten Training oft stabil.

Muss ich mein Auto umbauen, um driften zu lernen?

Nein, du musst dein Auto in der Regel nicht umbauen. Wichtig ist, dass du ein heckangetriebenes Auto fährst
und dass sich das ESP vollständig abschalten lässt. Das sind die Grundvoraussetzungen, um kontrolliert driften
zu lernen. Alles Weitere ergibt sich im Training.

Warum sollte ich bei Trackday24 ein Drift-Training buchen?

Trackday24 hat über 30 Jahre Motorsport-Erfahrung und ist seit 20 Jahren am Markt. Wir bieten maximale Fahrzeit, kleine Gruppen, erfahrene Coaches und faire Preise. Über 230 Bewertungen (Ø 4,9 Sterne) zeigen, dass wir Teilnehmern unvergessliche Erlebnisse bieten.